Die auf einer Anhöhe stehende Pfarrkirche ist ein, das Ortsbild beherrschender Bau, der im Norden an die ehemalige Stadtmauer grenzt und schon im 13. Jhdt. erwähnt wird. In der 1971 neu errichteten Stützmauer entlang der Schwarzwaldstraße erinnert ein Relief an erbitterte Kämpfe die sich 1643 dort abspielten.
Der wuchtige Turm stammt von 1859. Sein Vorgänger war ein Zwiebelturm von 1721. Vom Turm rufen vier Glocken die Gläubigen zum Gottesdienst.
Die kleinste, die Evangelienglocke mit 170 Kg, ist zugleich die älteste, von 1431. Die Kirchenuhr wurde 1825 vom Möhringer Uhrmacher Anton Furter gebaut.
Der älteste Teil der Kirche ist die spätgotische Seitenkapelle aus dem Jahr 1483. Auf den Grundmauern der Vorgängerkirche wurde das Kirchenschiff 1597 (Jahreszahl über dem Chorbogen) vom Möhringer Baumeister Anton Bär im spätgotischen Stil erbaut.
Nach damaligen Aufzeichnungen war der Chor dem Einsturz nahe und die Pfarrkirche in einem „gar baulosen“ Zustand.
Nach Renovierungen in den Jahren 1899 und 1959 erfuhr die Kirche 2002/03 eine sehr aufwändige Innenrestaurierung.
Der wunderschöne neugotische, reichhaltig mit Figuren ausgestattete Hochaltar zieht besonders die Blicke auf sich. Er wurde von der Firma Franz Xaver Marmon in Sigmaringen gefertigt und 1862 errichtet.
Die Decke des Chorraums wurde entsprechend dem historischen Befund kobaltblau überfasst und in detailgetreuer Handarbeit des Restaurators mit einem filigranen Rankenwerk aus Blattgold versehen. Die Seitenaltäre des St. Wendelin und St. Sebastian und der Hl. Familie, die neogotische Kanzel mit den Reliefs der vier Evangelisten, ebenfalls von Marmon, die Heiligenfiguren beidseits an den Wänden des Kirchenschiffs und der in den Jahren 1899/1900 kunstvoll gefertigte Kreuzweg sind Teil der umfangreichen wertvollen Ausstattung. Um diese Zeit auch wurde die Kirche für den Bau der Orgelempore verlängert und die Sakristei mit Turmzugang angebaut. Im Altarraum links, ist das bekannte Wandgemälde „Die Auferstehung Christi“ von Franz Josef Zoll zu sehen. Am 11. Feb.1770 in der Marktgasse 4 in Möhringen geboren, war er zu jener Zeit ein bekannter Künstler. München, Freiburg, Paris, Rom und Wien waren Stationen seines Studiums. Im Jahre 1821 wurde er Professor für Zeichenkunstan der Universität Freiburg und 1825 Galeriedirektor in Mannheim. Das Bild, entstanden auf dem Höhepunkt seines Schaffens, zählt zu seinen bedeutendsten Werken.
In der Seitenkapelle bilden in den beiden Kreuzgewölben das Veronikabild und die Kreuznägel die Schlusssteine.
Der Taufstein aus dem Jahr 1626 hat die Form eines Kelches. Dessen Außenseite ist geschmückt mit acht Feldern deren Bildnisse und Wappen auf die Spender hinweisen. Der Deckel des Taufsteins und der Flügelaltar schuf die Firma Metzger in Überlingen im Jahr 1901.
Die Pieta, ein restauriertes Wallfahrtstück, stammt aus der Zeit Ende des 14. Jhdts. Von den beiden Epitaphen unter der Figur des Hl. Nepomuk ist nur das des Pfarrers Philippus Jacobus Vogler aus Engen lesbar, der von 1635 bis zu seinem Tode 1672 als „heiligmäßiger Priester und Wohltäter der Armen“ in Möhringen war.